Mein Twitter hat meine Hausgedanken gefressen!
Jener einer welcher, der sich banalerweise die Mühe machen möchte, einfach nur die Monatsübersicht in hiesigem Archiv anzuschauen, wird zustimmen, dass ich vielleicht vieles, mich aber kaum einen Blogger mit konsequent-kontinuierlicher Kommunikationskurve nennen kann. Unlust, burschikose Blockaden, "Ist doch eh alles schon geschrieben worden"-Denken und dergleichen sind da elementare Störfaktoren, die wahrscheinlich einem jeden und jedem einen bekannt sein dürften, der schon einmal einer leeren Seite gegenüber getreten ist.
Es ist ja nicht so, dass mir nun gar nichts einfallen würde. Tatsächlich und eigentlich habe ich sogar einen ganzen Fundus an grandiosen Geistesblitzen und aufblasenswerten Aphorismen fein säuberlich in meinen diversen Moleskines angehäuft und für eine unbestimmte Nachwelt konserviert. Man weiß ja nie: Vielleicht wird man ja doch eines Tages noch interessant, und dann will die Presse nachlesen können, wie unglaublich vermosert-selbstreferentiell man in Wirklichkeit war. Aber ich schweife ab.
Bisher war es jedenfalls so, dass sich unter diesen Gedanken-Paninis manchmal ein besonders starker Vertreter seiner Gattung fand, der wuchs und gedieh und schaffte es, zu einem echten Text heranzureifen.
Ich twittere jetzt ziemlich genau einen Monat und kann diese Taktik nun auch in die Tonne treten. Denn mittlerweile wandert praktisch nichts mehr ins Notizbuch, sondern wird ganz impulsiv - live und direkt - vertweetet und aus dem Haus gejagt; soll der Drecksgedanke doch sehen, wie er alleine zurecht kommt. Auch das schlechte Gewissen, die eigene Genialität im traurigen Privaten verkümmern zu lassen, entfällt: In großen Ziffern kann ich ablesen, wie viele Opfer mein E-Post(aus)wurf in wahnsinniger Geschwindigkeit erreichen kann.
Ab hier lehne ich entspannt alle weitere Verantwortung ab und mich zurück. Die Zeitung lese ich heute nicht, sondern @having #MindfuckIn140Characters. Ich kann auch sehr gut darauf verzichten, meine Gedanken auszuformulieren.
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Hendrik Neumann
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Der Kulturbeauftragte

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