Nahost: Spielzeug mit fraglichem pädagogischem Wert
Die Bush-Administration schnürt für den Nahen Osten ein gewaltiges Paket aus Waffenlieferungen und Militärhilfe im Umfang von insgesamt etwa 63 Mrd. Dollar. Das wäre ihr wahrscheinlich größter Deal dieser Art. Neben Israel kommen auch die "arabischen Freunde" Ägypten, Bahrain, Oman, Katar, Kuwait, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate in den Genuss dieser Amphetaminüberdosis für Rüstungsliebhaber.
Lassen wir mal aussen vor, dass diese Liste kein Who is Who der Demokratie- und Rechtsstaatlichkeit ist. Vergessen wir auch, dass die Geschichte uns lehrt, dass der vermeintliche Verbündete von heute morgen schon in die entgegengesetzte Richtung feuern kann - insbesondere, wenn er nach der Devise "der Feind meines Feindes ist mein Freund" ausgewählt worden ist. Aber ich möchte niemandem etwas unterstellen.
Versuchen wir es einfach mal mit einem simplen semantisch-teleologischen Ansatz. Die Rede ist von "Militärhilfe". Seine Hilfe bietet man einem Bedürftigen an, um "einen erkannten Mangel oder eine änderungswürdige Situation zu verbessern". Bei einem flüchtigen Blick zurück auf die Reihe der Nehmerstaaten stellt sich mir da spontan die Frage: Wo ist da die militärische Bedürftigkeit? Wo herrscht der Mangel?
Diese Staaten stellen nämlich auch kein Who is Who der niedlichen Militärbudgets oder bedauernswerten Staatskassen dar. Hier wird nicht freundlich-großzügig geholfen, sondern Einfluss eingekauft und den Militärs Macht zugespielt. Die Kostenfunktion für derlei Handeln leitet sich aus den oben ausgeklammerten Punkten ab.
Keine durchbrechende Erkenntnis, zugegeben. Aber so eine platte Augenwischerei kann ich nicht unkommentiert auf mir sitzen lassen. Als nächstes wird wahrscheinlich bekannt gegeben, dass man mit High-Tech-Waffensystemen den Terror besiegen wird.