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4Feb/09

Netzpolitik und die Abbahnwelle

"Der Spuk" begann gestern um 15:04 Uhr mit einem Hilferuf per Blog und Twitter: Markus Beckedahl, Betreiber der Domain und des gleichnamigen Blogs netzpolitik.org, hatte am vergangenen Samstag ein internes Memo der Deutschen Bahn AG publiziert, das die umfangreiche Überprüfung von Mitarbeitern und deren Angehörigen durch die Network Deutschland GmbH behandelt.

27Jan/08

Netz: Mein Leben und Google

Big Google brother ?
bild: Alain Bachellier (cc)

Da seit dem letzten Mal die Nutzungsintensität diversester Web2.0- und insbesondere der Google-Services meinerseits eher noch gestiegen ist, dürfte es sich mit dem persönlichen Datenwulst in fremden Händen ebenso verhalten. Trotz Routine und Verdrängung bleibt da immer ein kleines, beissendes Gefühl von "gruselig".

Ich empfinde es ehrlich als angenehm, dass man sich beim Versuch der Beruhigung wenigstens Mühe gibt - nicht unbedingt ausreichend, aber angenehm. Schaut selbst:

25Jul/07

Online-Durchsuchung: Handlungsunfähige Politik

Die SPD will erst eine Entscheidung des BVerfG abwarten bevor sie das Thema "Online-Durchsuchung" wieder auf die Agenda setzt. Dies sei ein "Gebot der politischen Klugheit", sagte SPD-Innenexperte Dr. Dieter Wiefelspütz. Tatsächlich ist es ein Beweis der marodierenden politischen Handlungsfähigkeit der Sozialdemokraten im Speziellen, aber auch der Parteien insgesamt.

13Nov/06

Ich, Datenschlampe


Als ich am gestrigen Tage dieses Schaubild im Basic Thinking Blog fand, geriet ich unweigerlich, möglicherweise beflügelt vom leicht melancholischen Charakter des späten Herbstes, ins Grübeln.

Bisher hielt ich mich eigentlich jederzeit und ohne darüber nachdenken zu müssen für einen Menschen, der sich hinsichtlich Datenschutz, Anonymität im Internet, digitale Spuren etc. einigermaßen auskennt und dementsprechend bewusst auch verhält.

Dieses Selbstbild wankt nun ein wenig. Rückblickend betrachtet begann dieser Umschwung in meinem tiefsten Innern mit einem einfachen StudiVZ-Account. Damit will ich den Betreibern in keinster Weise irgendeine Schuld zuweisen; obwohl das im allgemeinen Getümmel um die Herrschaften eh unkritisch übergangen werden würde.

Vielmehr war es die kindlich-technische Verspieltheit, die dieses, für mich neue Konzept von Website in mir weckte. Faszination Technik auf der einen Seite, aber auch ein kaum spürbarer äußerer Druck, der sich mit der Nutzungsintensität der Community steigerte, auf der anderen: "Ey, biste schon beim StudiVZ? Mach mal Profil!", "Ich hab dich gegruschelt!", "Warum nimmst Du meine Einladung nicht an? Ich dachte, Du magst mich!". Darüber hinaus die permanenten Geburtstagserinnerungen von Leuten, die ich z.T. nur halb kenne, bzw. gar nicht kennen will, die aber trotzdem jedes Mal die Frage aufwerfen: "Schreib ich nun schnell ne plumpe Mail oder isses mir egal?"

Wenn man erstmal so tief im Morast solcher social networks drinsteckt, dann kapituliert man irgendwann mehr oder minder vollständig. Mein Profil enthält alle lebensnotwendigen Daten zu meiner Person, und demnächst werde ich eine selbstgemachte Fotoserie von mir und über mich mit wenig an in mein Album hochladen.

Hätte ich an dieser Stelle doch nur halt gemacht! Aber offensichtlich kam es anders. Mittlerweile habe ich also auch noch eins von diesen lästigen Blogs, das allein schon durch seine Impressumspflichtigkeit marktschreierisch mit Informationen über mich um sich schmeisst.

Und selbst wenn man, wie ich, nur recht halbherzig bloggt, so muss man sich dennoch mit dem ganzen Rattenschwanz an Diensten und Providern, wie Technorati und Konsorten rumschlagen. Natürlich und am besten mit individuellem Benutzerkonto. Und weil ich mir irgendwann nicht für jeden Mist eine neue, virtuelle Identität ausdenken wollte, bündeln sich unter einem Usernamen verdammt viele Informationen, sofern man sie sammelt und in einen Kontext bringt.

Ganz schlimm ist das bei Google. Da habe ich die totale Bündelung. Was mit der harmlosen Nutzung von Google Analytics begann, umfasst mittlerweile fast die ganze Palette der verschiedenen Services unter der Marke Google, z.B. den Reader oder die personalisierte Startseite.

Die eigene Domain, die auf ein freundliches WHOIS arg auskunftsfreundlich reagiert, darf ich an dieser Stelle auch nicht vergessen. Werde ich bald in jeder der im Schaubild genannten Kategorien in irgendeiner Weise vertreten sein?

Dann gibt's bei den Suchmaschinen doch bald den gläsernen hark, der mit ein paar einfachen Mausklicks zum gläsernen Hendrik wird, den die Profiler und Marketinganalysten mit Wonne zum Frühstück verspeisen.

Paradox: Wenn alle allerortens und zu jeder Zeit alles über einen Wissen können, kann man ziemlich einsam sein.

P.S.: Sehr sehenswert ist auch die im Basic Thinking Blog-Beitrag verlinkte Präsentation zum Thema "Digitale Identität".

24Okt/06

Fresse, Freiheit!

Dass Böskorea sich in einem Pressefreiheitsranking nicht mit Ruhm bekleckern würde... geschenkt. Dass es am miesesten abschneidet, ist auf eine perverse Weise auch in Ordnung.

Nun sitzt meiner einer allerdings nicht in einer sagenumwobenen Wolke Radioaktivität, sondern in einer halbwarmen Wohnung im herbstlichen Deutschland. Da tun sich in letzter Zeit auch merkwürdige, beunruhigende Dinge. Einfach so und immer wieder.

Und weil Zahlen nackt und kalt und scheinbar ein Beweis in sich sind, illustrieren sie die Katastrophe das Gemetzel den Sachverhalt am schaurig-traurigsten: Mit 5,50 Punkten "erreicht" Deutschland Platz 23 von 168 des Rankings der Reporter ohne Grenzen für 2006.

Diese schreiben dazu in einer Pressemitteilung:

"Deutschland ist vom 18. auf den 23. Platz zurückgefallen. Der Bundesnachrichtendienst hat über zehn Jahre hinweg bis zum Herbst 2005 Journalisten illegal überwacht. Im Fall „Cicero“ gab es Redaktions- und Hausdurchsuchungen; das Verfahren wegen „Beihilfe zum Geheimnisverrat“ gegen zwei Journalisten wurde inzwischen eingestellt. Der Zugang zu Daten ist – trotz Verabschiedung des Informationsfreiheitsgesetzes – zum Teil immer noch erschwert."

Diese Umstände sind, ohne darüber eine lange Debatte führen zu wollen, skandalös. Schwer tue ich mich allerdings bei der Wertung eines Rang 23 in dieser Liste. Alarmierend? Absehbar? Unwichtig? Erfreulich? Man hat schnell Floskelphrasen wie "Da könnte es uns ja noch viel schlechter gehen!" zur Hand. Aber bitte nicht übersimplifizieren und/oder überdramatisieren!

Dabei fällt mir auf, dass dieses Blog gar kein anständiges[1] Impressum aufzuweisen hat. Mann, Mann, Mann.
______
[1] Immer, wenn ich "anständig" schreibe, ist es so wie bei Helmut Schmidt auszusprechen.

   

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Neulich beim Agitproppen…

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